(Fast) jede Führungskraft kann ihre „Top 5 Werte“ aufzählen.
Doch Werte sind keine starren Prinzipien.
Sie entwickeln sich im Zusammenspiel von Kontext und Erfahrung.
Sie entstehen im Spannungsfeld zwischen Person, Rolle und Organisation und genau dort geraten sie oft unter Druck.
Viele Unternehmen fordern Innovation, bestrafen aber Fehler.
Führungskräfte schätzen Authentizität, müssen aber strategisch schweigen.
Teamwork gilt als wichtig, doch individuelle Leistung entscheidet über Karrieren.
Und dann?
Was tun, wenn eigene Werte mit äußeren Anforderungen kollidieren?
Werte geben einerseits Orientierung, sind andererseits jedoch kontextabhängig.
👉 Ein Wert kann stärken oder belasten.
Die eigentliche Frage lautet: Dient mir dieser Wert noch, oder halte ich an etwas fest, das mich blockiert?
Jeder gelebte Wert hat einen Preis.
Wer für Transparenz steht, muss mit Unbeliebtheit rechnen.
Wer Innovation fordert, muss Fehler akzeptieren.
Wer Vertrauen will, muss es selbst geben.
Wenn wir gegen die eigenen Werte handeln, spüren wir eine innere Spannung.
Doch oft reden wir uns diese schön, um den Konflikt nicht zu fühlen:
„So schlimm ist es ja gar nicht...“
Aber: Wann ist der Punkt erreicht, an dem Anpassung nicht mehr gesund ist?
Drei Optionen, die jede Führungskraft kennen sollte:
1️⃣ Den Rahmen hinterfragen
Ist es wirklich ein Wertekonflikt oder eine alte Überzeugung, die längst überholt ist?
2️⃣ Bewusst entscheiden
Aushalten, verändern oder anpassen, aber eben bewusst.
3️⃣ Handlungsspielraum nutzen
Auch wenn du nicht die ganze Kultur ändern kannst, wie viel Gestaltungsraum hast du in deinem direkten Umfeld?
Werte geben Orientierung, aber sie stehen auch immer wieder auf dem Prüfstand.
Deshalb ist die eigentliche Frage nicht:
„Was sind meine Werte?“
Sondern: „Welche Werte dienen mir heute und welche blockieren mich?“
👉 Welche Werte fordern dich in deiner Führungsrolle aktuell heraus?